Sozialisation

Sozialisation, so nennt man das sich auseinandersetzen des Hundes mit der Umwelt. Diese  findet besonders intensiv während der ersten Lebensmonate statt. Bereits beim Welpen finden folgende Prozesse statt:

  • Sozialisation mit Artgenossen (zwischenhundliche Kommunikation)
  • Sozialisation mit anderen Tieren (Katzen, Pferde usw.)
  • Sozialisation mit anderen (fremden) Menschen
  • Gewöhnung an Umweltreize wie Knallgeräusche, Martinshorn usw.  sowie aber auch Gewöhnung an Menschenansammlungen oder Verkehrsgetümmel.
    Entsprechende Haltungsbedingungen werden natürlich vorausgesetzt.

Die 3. bis 12. Lebenswochen sind die wichtigsten in der Sozialisierungsphase. Die Ausreifung der Sinnesorgane und die Entwicklung motorischer Fähigkeiten spielen dabei eine große Rolle. Mit Artgenossen findet die Sozialisation mit drei bis acht Wochen etwas früher statt, mit dem Menschen in der 5.–12. Woche. Verhaltensweisen für erwachsene Hunde, sowie typische Bewegungsmuster, wie Nahrungsaufnahme-, Kot- und Harnabsatzverhalten lernen Hunde ebenfalls in der 3. bis zur 12. Lebenswoche kennen. Die Entwicklung jedes Hundes wird überwiegend von seiner Sozialisation und Erziehung bestimmt. Sozialisationsprozesse, die in den ersten 14 Lebenswochen nicht stattfinden, können daher nur mühselig, in manchen Fällen sogar gar nicht, nachgeholt werden. Ein Hund ohne Sozialisation bis zur 14. Lebenswoche ist nur schwer erzieh- und  trainierbar. Mit der Sozialisierungsphase ist der Erwerb sozialer Fähigkeiten jedoch nicht abgeschlossen, ständige Beschäftigung mit dem Tier und weiteres Training sind von Vorteil.

Wann der Welpe von Mutter und Geschwister getrennt werden sollte, darüber diskutiert die Fachwelt noch.  Scott und Fuller (1965) behaupten, dass es gut sei, Welpen spätestens im Alter von acht Wochen von Mutter und Geschwistern zu trennen. Während Ádám Miklósi dagegen spricht: Es gebe keinen Grund, die Trennung derart früh vorzunehmen, insbesondere, wenn der Welpe beim Züchter bessere Bedingungen für die Sozialisation habe als beim späteren Halter. Schließlich sei eine Sozialisation in diesem Alter der Hunde noch nicht spezifisch für bestimmte Menschen und Hunde.